„Sprache wird die Tür für alles sein“

Die jungen Syrer*innen haben vielfältige Ziele und bringen unterschiedliche Fähigkeiten mit. Welche Ziele haben sie in Deutschland und was würde ihnen helfen, ihre Träume zu verwirklichen? Bara'a AlKurdi hat diese Frage vier jungen Syrern aus Leipzig und Berlin gestellt. 

  1. Was sind deine Erwartungen an die Zukunft der syrischen Jugendlichen in Deutschland?
  2. Welche Mittel würden dir helfen, um eine Zukunft aufzubauen/Für den Aufbau einer Zukunft?

Abdul Aziz, 24, Deir-es-Zor – Leipzig

„Zunächst einmal nehme ich an, dass die meisten Jugendlichen, die aus Syrien gekommen sind, erfolgreich oder fleißig arbeiten werden und ich denke, dass 75 Prozent erfolgreich in der Verwirklichung ihrer Ziele sein werden. Das Mittel ist meiner Meinung nach sich richtig ins Erlernen der deutschen Sprache rein zu hängen, in der Schule, durch Filme und den Kontakt mit Deutschen. Die Sprache wird die Tür für alles sein.“

Giwan Mohamad, 34, Aleppo – Leipzig

„Ich bin optimistisch, dass Deutschland durch uns eine großartige Zukunft haben wird. Wir haben unseren Fleiß schon in der Türkei und in Ägypten bewiesen, wo wir gearbeitet und die Wirtschaft angekurbelt haben. Meiner Meinung nach ist die Integration in die Gesellschaft, der Kontakt zu den Menschen, wichtiger als die Sprache, denn ohne gegenseitige Akzeptanz und Liebe zwischen den Syrern und Deutschen können wir nicht die Sprache lernen.“

Mohamad Al-Hosseini, 25, Syrien - Leipzig

„Die Zukunft wird schön sein, aber wir brauchen Unterstützung und Anreize, um uns in das Leben hier in Deutschland einzufügen. Die Mittel hängen vom Ehrgeiz und von der beruflichen Spezialisierung jedes Einzelnen ab. Jeder Einzelne muss seine Ziele konkretisieren und die passenden Mittel dafür auswählen.“

Adel Hassan, Hassaka - Berlin

„Ohne Entschlossenheit und Wille für ein Ziel wird es keine glänzende Zukunft für die syrischen Jugendlichen geben. Wir können dem deutschen Staat nicht vorwerfen, was wir versäumt haben. Das wichtigste Mittel und die grundlegendste Sache ist das Erklären der deutschen Gesetze und des deutschen Systems, damit sich die Syrer in die deutschen Traditionen und Sitten einfügen können.“

Übersetzung aus dem Arabischen: Janela Hahne

Was unser Autor Bara'a AlKurdi über die Zukunft junger Syrer*innen denkt, lest ihr hier.

Bara’a AlKurdi
21 Jahre, Damaskus
... lebt jeden Moment, als wäre es der letzte in seinem Leben.

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