Drei Vorurteile im Check

Die bunte Seite der Macht

1. Die nehmen uns die Arbeitsplätze weg!

Zwar können Geflüchtete, deren Asylverfahren noch läuft, schon nach drei Monaten mit Zustimmung der Ausländerbehörde legal arbeiten. Die Angelegenheit ist in der Praxis jedoch etwas vertrackter, denn Geflüchtete haben einen nachrangingen Zugang zum Arbeitsmarkt. Das bedeutet, dass die Bundesagentur für Arbeit zunächst prüfen muss, ob es eine*n ähnlich gut qualifizierten Bewerber*in aus den EU-Staaten gibt. Diese Regelung soll Deutschen bzw. EU-Bürger*innen Vorrang auf dem Arbeitsmarkt gewähren.

2. Die bekommen viel mehr Geld als Hartz-IV-Empfänger!

In einer deutschen Erstaufnahmeeinrichtung bekommen junge, alleinstehende Asylsuchende monatlich 216 Euro in Form von Grundleistungen. Darunter versteht man Unterkunft, Kleidung und Nahrungsmittel. Für Fahrscheine, Handyvertrag oder einen Kinobesuch bekommen sie ein Taschengeld in Höhe von 143 Euro. Wenn sie nach drei Monaten die Erstaufnahmeeinrichtung verlassen, stehen ihnen monatlich 359 Euro zur Verfügung. Also 40 Euro weniger als einem*r Hartz-IV-Empfänger*in. Außerdem haben Geflüchtete keinen Anspruch auf Sozialleistungen wie z.B. Arbeitslosengeld oder Wohngeld.

3. Wir können doch nicht die ganze Welt retten!

Nur ein Drittel der Geflüchteten, die Europa erreichen, kommen nach Deutschland. Laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) wurden 2015 rund 476.000 Asylanträge gestellt. So verzeichnet Deutschland zwar rein zahlenmäßig die meisten Asylanträge in Europa, doch setzt man die Geflüchteten in Relation zur Bevölkerungszahl des Landes, dann rutscht Deutschland auf Platz 6 ab. Interessant zu wissen: Insgesamt bleiben 80 Prozent der Geflüchteten aus dem Nahen Osten in Regionen nahe ihrer Heimat, insbesondere in der Türkei, in Pakistan und im Libanon. 

Warum sich Vorurteile in den sozialen Netzwerken besonders schnell verbreiten, erklären Kevin Frisch und Talha Güzel. Mehr coole Zeichnungen findet ihr auf Bildkorrektur - Bilder gegen Bürgerängste

Ella Buchschuster
23 Jahre, Bayreuth
… weiß aus eigener Erfahrung, dass man ohne Smartphone entweder eine Extrawurscht bekommt oder ausgeschlossen wird.

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