Gesichter einer Flucht

Geflüchtete in Dortmund

Die schlechte Sicherheitslage in Syrien und dem Irak, die zum Schauplatz eines Konfliktes zwischen internationalen Mächten geworden sind, sowie die allgemeine Situation im Nahen Osten bewegt Millionen von Menschen dazu, ihre Heimat auf der Suche nach Sicherheit zu verlassen. Viele Syrer*innen, Iraker*innen und Afghan*innen flüchten nach Europa, vor allem nach Deutschland. Im letzten Jahr haben laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) 476.649 Menschen einen Asylantrag in Deutschland gestellt.

Samara aus Bosnien

Eine von ihnen ist Samara Zahirovij aus Bosnien. Sie floh allerdings nicht vor Krieg und Terror, sondern vor der wirtschaftlichen Perspektivlosigkeit in ihrem Land. Auch ist der Vater der 19-Jährigen krank und braucht dringend medizinische Hilfe. Sie weiß aber auch, dass Deutschland sogenannte „Wirtschaftsflüchtlinge“ aus den Balkanstaaten meist in ihre Herkunftsländer zurückschickt. 

Ramzi aus Syrien

Der Fall der Syrer*innen ist ein anderer, da sie meist vor dem Assad-Regime und dem Islamischen Staat (IS) flüchten. Ramzi Ali, der 58 Jahre alt ist, kommt aus der nordsyrischen Stadt Afrin. Er ist Mitglied der Demokratischen Partei Kurdistan-Syrien (PDKS) und beschreibt das Leben dort vor allem wegen der schlechten Sicherheitslage als unmöglich. 

Horzan aus dem Irak

Im Irak sieht es ähnlich aus: Als der IS 2014 die Stadt Sindschar überrannte, mussten tausende Einwohner*innen flüchten. Viele kurdische und jesidische Frauen wurden vom IS entführt. Horzan Hussein ist kurdischer Jeside und kommt aus Zumar. Der 30-Jährige erzählt, dass er nach Deutschland flüchtete, als der IS vor den Toren seiner Stadt stand. Er wünscht sich ein sicheres und besseres Leben, weit weg vom unmenschlichen IS.

Faryad aus Kurdistan

Auch die Wirtschaftskrise in der Region Kurdistan treibt viele Menschen zur Flucht. Nachdem die Regierung in Bagdad den Staatshaushalt zusammengekürzt hatte und der Krieg zwischen den kurdischen Peschmerga und dem IS heftiger wurde, entschloss sich auch Faryad Ali aus Machmur im Nordirak zur Flucht. Der 30-Jährige erzählt, dass er in der Türkei von Sicherheitskräften angegriffen und von Schleppern ausgebeutet wurde.

Trotz aller Beschwerlichkeiten und Rückschläge haben Samara, Ramzi, Horzan und Faryad die Flucht nach Deutschland auf sich genommen. Denn hier erhoffen sie sich ein sicheres Leben für sich und ihre Familien. 

Übersetzung aus dem Kurdischen (Sorani): Vindar Hussein

Mehr über das Schicksal der Jesid*innen im Irak lest ihr hier. Wenn ihr Sorani sprecht, könnt ihr den Originaltext hier herunterladen: 

PDF iconzana_taha_gesichter_einer_flucht_kurdisch.pdf

Zana Taha
26 Jahre, Erbil
... wünscht sich Sicherheit und Freiheit für den ganzen Nahen Osten.

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