Islamische Gesellschaft und kulturelle Vielfalt

Autor Osama

"Deutschland empfing bereits in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts viele Einwander*innen. (Über die Gastarbeier*innen in den 1960er und 1970er Jahren lest ihr hier.) Vieler dieser Menschen gelang es, einen Platz in der Gesellschaft einzunehmen und an Einfluss zu gewinnen. Dies ist einer der Gründe, weshalb die deutsche Gesellschaft für Neues offen ist. In den letzten Jahren jedoch erreichten Deutschland große Zahlen an Fliehenden aus verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Konfessionen. Wird die Gesellschaft die Integrationsbarriere überwinden?

Vielfalt und Kultur

Kultur stellt die Grundlage für die Existenz einer Gesellschaft. Vielfalt dient dabei als Mittel der Gesellschafts- und Kulturentwicklung mit der Voraussetzung des Vorhandenseins des Willens sich auszutauschen und der Übernahme von Merkmalen aus anderen Kulturen.

Die Basis für den Umgang mit der kulturellen, ideellen, ethnischen und religiösen Vielfalt muss in der Gleichberechtigung verkörpert sein. Der Anteil der Menschen, die in der Lage sind, sich zu integrieren, hängt oft von Alter, Fähigkeiten und religiöser Aufgeschlossenheit ab. Es gilt den Fokus auf Menschen zu legen, die sich schwer integrieren können und eine Hilfestellung bedürfen.

Mein Freund Mahmoud

Mit Mahmoud, 24 Jahre alt, aus Syrien, gehe ich zusammen zum Sprachkurs. Machmoud lebt wie ich seit Herbst 2015 in Hamburg. Er ist nun in Besitz eines Aufenthaltstitels für drei Jahre, lebt jedoch noch in einer Erstaufnahme und versucht, seine Familie per Nachzug nach Deutschland zu bringen. Die Tatsache, dass er in einer Erstaufnahme wohnt, erschwere den Integrationsprozess, da Berührungspunkte mit der deutschen Gesellschaft selten blieben, sagt er.

Außerdem betrachtet er sein Alter zum Erlernen einer Sprache als ungeeignet. Mit 13 Jahren verließ er bereits die Schule um ein Handwerk zu lernen, weshalb eine Rückkehr zur Schule für ihn mühsam sei. Er findet aber, dass die deutsche Regierung in dieser Hinsicht Großes leiste, weil es Neuankömmlingen möglich ist, nach Ankunft einen Deutschkurs zu besuchen, bevor ein Aufenthaltstitel vorliegt.

Mahmouds Liebe zur Arbeit und zu Verbindlichkeiten veranlassen ihn nach Arbeitsmöglichkeiten zu suchen. Er fürchtet allerdings, den Anschluss an die Arbeitswelt zu verlieren, wenn es ihm nicht gelingt, die deutsche Sprache zu lernen. Er wünscht sich seinen Beruf als Mechaniker weiter ausüben zu können und neue Erfahrungen zu sammeln, ohne eine Institution besuchen zu müssen. 

Auf die Frage, was ihm an der deutschen Gesellschaft besonders gefalle, antwortet er: "Die Toleranz und der Umgang mit den Flüchtlingen trotz ihrer unterschiedlichen Konfessionen und Wurzeln. Ebenfalls die Bereitschaft den Hilfsrahmen mit Zunahme der Flüchtlingszahlen zu erweitern."

Übersetzung: Mohammed Nousair

Autor Osama
Osama Ismail
25 Jahre, Hamburg
"Auf dieser Welt gibt es etwas, wofür es sich zu leben lohnt."

Projektpartner