LASt Lebach: Le-Was?

Heruntergekommene Häuser, notdürftig mit Pappe verstärkte, eingeschlagene Fenster: In der Landesaufnahmestelle (LASt) im saarländischen Lebach ist das keine Seltenheit.

Seit über 50 Jahren

Die Unterkunft für Geflüchtete in der ehemaligen Kaserne gibt es bereits seit 1958. Nach dem zweiten Weltkrieg standen die Kasernengebäude leer, die Gebäude wurden als Lager für Vertriebene und Aussiedler*innen eingerichtet. Seit Mitte der 1980er Jahre nahm die Einquartierung von Geflüchteten in Lebach zu, nachdem bereits ab 1978/79 Geflüchtete aus Algerien und Vietnam infolge von Kriegen zur Gemeinde hinzugestoßen waren. 1993 wurde der Gebäudekomplex in Lebach offiziell zur Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge im Saarland.

Bewohner*innen

Heute leben in Lebach Asylbewerber*innen, abgelehnte Asylbewerber*innen sowie unerlaubt eingereiste Ausländer*innen. Letztere wohnen dort bis zu ihrer Rückführung in ihre Herkunftsländer. 1.800 Menschen lebten im Januar 2016 in der LASt. Im Herbst 2015 kamen 3.500 Geflüchtete auf 1.200 Schlafplätze, neuen Platz schufen beheizte Großraumzelte.

Die Gemeinde

Um den Menschen in der Aufnahmestelle zu helfen, wird in Lebach laut der ortseigenen Website viel zur Integration und Unterstützung getan: Es finden sich Deutschkurse und Bildungskonzepte, um Kinder von Geflüchteten einzubinden. Wichtige zusätzliche Unterstützung leisten im Lager besonders das Diakonische Werk, die Caritas und das Deutsche Rote Kreuz. Sie sind dauerhaft vor Ort tätig. Die Einrichtung wird vom Bundesamt für Migration geleitet.

Wie Tumaj Talimy, der in den 1980er Jahren in der LASt Lebach geboren wurde, den Ort sieht, seht ihr im Video "Ausfahrt Lebach".

Paul Christian Heck
18 Jahre, Greimersburg
... kennt jetzt auch die frustrierenden Seiten journalistischer Arbeit

Projektpartner