Mein Leben in Syrien

Hallo, ich bin Mateen. Der Grund, warum ich in Deutschland bin, ist Krieg. Ich bin hierher gekommen, um eine sichere Zukunft zu haben, weil es für mich in Syrien weder Perspektiven noch Hoffnung gibt. In Syrien habe ich in Damaskus gewohnt. Mir ging es dort wirklich sehr gut. Ich hatte alles, was ich brauchte. Als aber Krieg ausgebrochen ist, haben sich die Dinge komplett verändert und die Lage wurde untragbar. Weil Bomben aus sämtlichen Himmelsrichtungen auf uns fielen, konnten wir nicht schlafen, denn es war zu laut. Menschen schrien ständig und weinten, da sie Angst vor dem Tod hatten.

Wir mussten tagelang mit nichts klarkommen, zum Beispiel ohne Wasser, Strom und Lebensmittel. Ich konnte unser Haus nicht verlassen, da ich Angst hatte, von einer Kugel getroffen zu werden. Ich konnte auch nicht zur Schule gehen, weil uns gesagt wurde, dass sie komplett zerstört sei und man dort keine Lehrer*innen mehr fände. Mein Vater, der alt und krank ist, konnte nicht zur Arbeit gehen, denn es gab in dieser Zeit einfach nichts zu tun.

Niemand ist schuld

Warum passiert das bei uns? Das war die einzige Frage, die mich ständig beschäftigt hat, denn durch diesen Krieg sterben unschuldige Menschen, die damit nichts zu tun haben. Manche kommen allein durch Durst und Hunger ums Leben. Andere durch Kugeln, denn man muss ein bis zwei Tage auf medizinische Versorgung warten. Und das ist dann immer schon zu spät.

In Deutschland habe ich vor, die Schule fertigzumachen und zu studieren. Aber meine Familie ist immer noch in Syrien. Ich weiß nicht, wann ich sie vielleicht nach Deutschland holen kann, damit wir hier zusammenleben können. Nur so werden sich meine Eltern sicher fühlen, denn was sie in Syrien erleben, kann man wirklich nicht aushalten. Die Anhänger des Präsidenten Baschar al-Assad haben bei den Bombardierungen nicht auf kleine Kinder, Frauen oder Moscheen geachtet.

Der Weg war echt nicht einfach

Als ich in Deutschland ankam, habe ich sofort gemerkt, dass hier Frieden und Gerechtigkeit herrschen und dass die Deutschen supernett sind. Aber der Weg nach Deutschland war echt nicht einfach: Ich bin fast gestorben, weil ich beim Abstieg von einem Berg beinahe heruntergefallen wäre. Deswegen war ich so froh, endlich in Sicherheit zu sein. Die Sprache und die deutschen Gewohnheiten waren für mich am Anfang große Hindernisse, die ich aber mit der Zeit überwunden habe. Zum Schluss will ich euch sagen, dass ich meine Eltern sehr vermisse und mir wünsche, mit ihnen hier in Deutschland leben zu können. Das ist mein Leben und genauso geht es vielen oder sogar allen in Syrien.

Mehr über Syrien erfahrt ihr in den Beiträgen von Omar Sourakli und Abd Al-Qadir Badra

Mateen & Barbara Kling
15 Jahre, Damaskus & 25 Jahre, Stuttgart
... haben während der Recherche entdeckt, dass sie denselben Musikgeschmack haben. Rap ist universell!

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